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  • : NightFalcon
  • nightfalcon
  • : männlich
  • : 1.08.1980
  • : NRW Germany
  • :
Dienstag, 22. januar 2008

Elementarteilchen-Kopie-1.jpgMichel Houllebecq schreibt mit Elementarteilchen eine wunderbare Story über "Sex and Science". Zwei Brüder wie sie unterschiedlicher nicht sein können sind die Hauptcharaktere und beim lesen fiebert man mit Michel und Bruno richtig mit. Beide erleben schwere Schicksale, sie wachsen im Aufkeimen der Hippiezeit auf. Und gerade von dieser interessanten Zeit bekommt man dann auch eine Menge mit.

Stellenweise ist das Buch sehr hart an der Grenze des guten Geschmacks (Kindesmisshandlungen, Darstellungen von Orgien in Clubs), aber gerade das macht den Revoluzzergeist, den Houllebecq in sich trägt, deutlich und macht dieses Buch so einzigartig. Für Leute, die sich kaum bis gar nicht für die Wissenschaften interessieren, ist dieses Buch auch geeignet, sie verstehen dann aber auch nur ein Drittel.

Stellenweise sind die Passagen über Physik recht langatmig, doch es ist unglaublich interessant die Fortschritte der Gen Forschung zu beobachten

Das Lesen lohnt sich. Doch Vorsicht, man kann das Buch kaum aus der Hand legen.

veröffentlicht in: Sonstiges
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Montag, 21. januar 2008
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Sie schrecken vor nichts zurück,
Arbeitsplätze, Existenzen, Schicksale erdrückt.
Die Heuschrecken zogen ins Land,
BenQ-Siemens und Nokia werden sie genannt,
an diesen Namen haben wir sie erkannt.

Für diese kühlen Rechner zählen nur die Euros,
Profit, Gewinn und Überschuss,
von hohen Werten bekommen sie nie genug,
globaler Wettbewerb und Konkurrenz,
diese Ausreden kennen wir schon längst.
Soziale Aspekte, nie gehört?
Firmenverantwortung gegenüber der Gesellschaft,
unternehmerische Ethik,
sind zerstört.

Da hat sich das Vertrauen der Bürger wohl verhört?
Nein, nun ists zerstört
Nun ists der Boykott gegen Nokia, der euch ehrt.
Zum Wohle der Gesellschaft,
zur sozialen Sicherung und Verantwortung,
rufe ich zum Nokia Boykott.
Irgendwann reichts auch dem Mob.

veröffentlicht in: Aktuelles
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Sonntag, 20. januar 2008

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Über den Kommunismus

 

„Oft waren diese viel zu gewaltigen, viel zu klobigen, viel zu gezackten Propagandawerke das Einzige weit und breit, was gepflegt wurde. So überanstrengt stand die Erinnerung in diesem staubflachen, immer wieder in Leeren und Fernen sich verlierenden Land, so überschwer, dass man fürchten musste, sie werde einfach in seinem weichen, sumpfigen Boden versinken – so heillos hilfslos, dass ich plötzlich etwas wie Mitleid mit dem Kommunismus empfand.

Er nahm Menschliche Züge an. Alt war er. Er konnte nicht mehr. Ich ging durch sein gefallenes Reich, durch die Hallen wehte der Wind, Unkraut wuchs in seinen Sälen, ich traf ihn in seinem letzten Stadium an und betrachtete ihn mit der etwas angeekelten Neugier, mit der man einen alten Wüstling und Familientyrannen ungeniert anschaut, jetzt, wo er nur noch die Ruine seiner lebenslangen Raserei ist, einer Empörung gegen Gott und die Welt, wie sie war, wie sie ist, wie sie sein wird. Ein vor Vergeblichkeit zitternder kleiner Mann, der wütend versucht, eine gewaltige Frau zu besteigen und ihr  unentwegt zuflüstert, aber ich liebe dich doch, ich liebe dich doch, folge mir, ich erlöse dich von deinen flaschen Träumen, und der, während er auf ihr predigt und predigt, alles zerstört was er berührt und am Ende sich selbst. Die Riesin leidet schrecklich unter ihm, er misshandelt sie, wo er kann, und bringt sie fast um, aber eines Tages ist er alt und schwach, und sie spürt es und wirft ihn einfach ab und zertritt ihn mit ihren großen Füßen.

veröffentlicht in: Zitate
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Samstag, 19. januar 2008

Ich_bin_dann_mal_weg.jpg„Ich habe auf dem Weg eine ganz naive Vorstellung von Gott oder von der einzigen Wahrheit, wie immer du es auch nennen willst, entwickelt.

Ich glaube, viele Abermillionen Jahre lang gab es nur schwarzes Nichts und durch den Prozess des ewigen Ausharrens wurde „Es“ wie nach einem langen Schlaf in einem lichten Moment wach. So, wie sich ein stinkender Misthaufen irgendwann selbst entzündet und dann lichterloh brennt. Ein lichtfunke wurde geboren!

Dieser Funke kommt wie ein Neugeborenes mit einem Aufschrei des Erschreckens und der Wonne in dieses Nichts und breitet sich unendlich weit aus und erdenkt, erfindet, erlebt und erprobt alles; wie ein kleines Kind.

Dieses Licht verfolgt nur ein eingeborenes helles Ziel – nämlich vollkommen glücklich zu sein.

Dafür macht es allerlei Experimente in allen Dimensionen. Wir sind Teile dieses sich erweiternden Lichts; allerdings schon so weit entfernt vom Ursprung, dass wir uns an die Quelle nicht mehr erinnern können, sondern nur vage an den Auftrag: „Werde vollkommen glücklich!“

Dieser Funke hat sich bald das Leid ausgedacht, denn nur Leid führt zu wahrem Bewusstsein. Das Licht will nicht nur unbewusst glücklich sein, wie ein kleines Kind im Spiel, sondern bewusst glücklich, wie nur ein Leidgeprüfter es sein kann.“

Ein Sommertag ist doch auch doppelt so schön, wenn man eine schwere Operation überstanden hat. Nach einer extremen Erfahrung ist der Sonnentag nicht nur schön, er ist bewusst wunderbar und heilig.

„Wenn also dieses Licht sich unendlich ausgedehnt und alles erfüllt hat, erlischt es wieder, es schläft wieder ein. Vollkommenes Glück hält ja bekanntlich nicht lange. Es stirbt, weil dieses letzte Erfahrung der unendlichen bewussten Ausdehnung einmalig ist. Es genießt in seinem allerletzten Moment die Wonne des bewussten Glücks und vergisst alles erfahrene Leid. “Es“ hat zu sich selbst gefunden und ist vollkommene Glückseligkeit. Und dann schläft es ein, um sich irgendwann aus eigener Kraft neu zu erwecken.“

„Du meinst Leid ist der Schlüssel zum Glück?, frage ich verwirrt.

Exactly!...Alles dient nur einem Ziel: Gott und damit mir selbst Freude zu bereiten. Du darfst jetzt lachen, ich weiß, das ist kindlich gedacht. Aber in der Bibel steht doch: Werdet wie die Kinder!“

Ich sage erstmal nichts. Finde mich aber irgendwie in dieser Idee wieder. Und da Gott ja alle Gegensätze in sich vereint, muss er logisch gedacht, ja tatsächlich auch irgendwann einmal tot sein oder schlafen, oder täusche ich mich da…

Aber wir rechnen ja unsere Schlafstunden auch zur Lebenszeit und ziehen sie nicht davon ab.“

veröffentlicht in: Zitate
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